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 August 2014

Es tut sich was in Koulouri

 

Seit dem Tod von Alfons Hochhauser vor 33 Jahren war die Beherbergungsanlage in Koulouri allmählich dem Verfall preisgegeben. Zunächst traf es die leicht gebauten Gästehütten, von denen heute nur noch kaum erkennbare Spuren zeugen. Schon bald waren die Zugangswege mit Brombeerranken und Macchia überwuchert. Vor wenigen Jahren brach das Dach des Kaminraumes und der Küche zusammen. Die Natursteinmauern des Bootshauses, unten an der Anlegestelle, stehen zwar noch, aber auch hier ist das Dach längst verschwunden. Einzig ein kleines Steinhaus, das Kalivi, in dem Alfons gewohnt hat, steht noch. Aber es war in einem beklagenswerten Zustand.

 

 

 

 

 

 

 

Seit diesem Frühjahr aber tut sich etwas in Koulouri: Das Kalivi wurde dankenswerter Weise von der Fam. Bajennas zur Herrichtung und kostenfreien Nutzung zur Verfügung gestellt. Von der Anlegestelle kann man auf einem schönen Weg wieder bequem zum Steinhaus hinaufsteigen und dort erwartet den Besucher eine Überraschung:

 

Das Häuschen ist behutsam wiederhergerichtet und frisch gekalkt, der Platz davor von Gestrüpp befreit, sodass der Steinplattenbelag wieder sichtbar ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch mehr aber ist man überrascht, wenn man in das Haus eintritt.

 

Philippos Homberg, der in den Siebzigerjahren immer wieder als Gast bei Hochhauser in Koulouri war, hat zusammen mit seiner Frau Agapi auch das Innere des Häuschens aus dem Dornröschenschlaf erweckt.

 

 

 

 

 

 

Der Bildvergleich "Vorher – Nachher" veranschaulicht die wundersame Verwandlung:

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Ausflug mit dem Boot aus südlicher Richtung von Horefto und Ag. Ioannis, oder von Norden ab Kamari oder Ag. Kambos zu den Meereshöhlen und nach Koulouri bietet sich jetzt an. Mit dem Auto gelangt man über das Bergdorf Veneton nach Koulouri. Hier ist nicht nur die letzte Wirkungsstätte des legendären Alfons Hochhauser, sondern auch ein zentraler Handlungsort des Romans „Raubfischer in Hellas“ von Werner Helwig, der jetzt auch auf Griechisch unter dem Titel „Οι Ληστές του Βυθού vorliegt.

 

Philippos Homberg macht auch kostenlose Führungen in Koulouri und steht für Informationen zur Verfügung. Kontakt: Tel. 0030 2428 073851, mobil in GR: 6934 231134, homberg39@gmx.de

Evelin Kyrannos ist die Ansprechpartnerin in Horefton /Zagora. Kontakt: Tel. 0030 24260 23451, mobil in GR: 6978 288 264, sunray1@otenet.gr

Alle Fotos: Diethelm Adlunger

Text: Dieter Harsch

 

Kuluri – 30 Jahre danach

Sonntag, der 29. Mai 2011. Der Himmel war leicht bewölkt. Ideal um einen kleinen Sparziergang zu machen. Am Nachmittag zog ich meine Wanderschuhe an, schulterte meinen Rucksack und machte mich von Veneto auf den Weg nach Kuluri.

Am „Schwarzen Felsen“, dort wo die Asphaltstraße endet, bog ich nach rechts ab und folgte dem alten Monopati (Pfad/Fußweg). Ich war ein wenig erschrocken über den Zustand des Weges. Zugewachsen! Sicherlich ist in diesem Frühjahr hier noch kein Mensch gegangen. An vielen Stellen musste ich die Astschere zum Einsatz bringen, aber vor allen Dingen waren es die Dornen, die den Weg versperrten.

Ich war froh, als der alte Pfad in den Wirtschaftsweg mündete und ein aufrechtes Gehen wieder möglich war. Über diesen Weg erreichte ich dann das Kap Kuluri. Dort, wo auf der linken Seite die hohe Zypresse steht, bog ich ab.

Es sind nur ein paar Meter bis zur Alfons-Hochhauser-Gedächtnisstätte. 

Die Steinplatte des Grabmals ist seit einigen Jahren durch ein Eisengitter geschützt. Das ist auch gut so. Neugierige Besucher hatten die Platte immer wieder abgehoben, um einen Blick auf die Gebeine von Alfons und seinen Schwiegereltern zu werfen, die dahinter aufbewahrt sind. Dadurch war die Steinplatte schon mehrmals zerbrochen.

 

Das leere Grab daneben, das Alfons selbst ausgehoben hatte, das aber nicht gebraucht wurde, ist immer noch erstaunlich gut erhalten.

Von hier ist ein Trampelpfad erkennbar. Ab und zu scheint hier doch jemand entlang zu gehen. Ich folgte diesem Weg. Er führte mich bergab, bis zum Meer hinunter. Ich bin mir sicher, der Weg wird von Fischern benutzt, die zum Wasser herunter wollen. Hier an der Küste findet man immer wieder solche Pfade.

Mein Rückweg führte mich über alte Steintreppen, die Alfons angelegt hatte.

 

 

 

                                                                               

 

Ich drang weiter ins Dickicht vor. Hier musste der alte Weg zu den Hütten sein. Viele Stellen sind total zugewachsen, manche erkannte ich wieder. Auch einige Plätze, dort wo früher die Hütten standen, sind noch zu erkennen. Überreste zeugen davon.

Ich kam am „Kaminraum“ vorbei. Erschreckend!

Total zusammengefallen. Vor einigen Jahren wurde diese Hütte noch von Fischern und Wochenendurlaubern genutzt.  

 

 

Der Weg zum Hafen, der mich auch am „Frühstücksraum“ vorbeiführte, ist völlig zugewachsen. Die aus Natursteinen angelegte Stützmauer ist an einer Stelle eingefallen und versperrt den schon zugewachsenen Weg noch mehr. Der weitere Weg bis zum „Wohnhaus“ – Xenophons bescheidener Unterkunft - und zur „Küche“ ist ebenfalls zugewuchert. Hierher ist sehr lange kein Mensch mehr vorgedrungen.

 

 

               

Das Haus steht offen. Die Türe hat kein Schloss mehr. Die Fensterscheiben sind zum Teil zerbrochen. Im offenen Kamin liegt ein altes Blech, auf dem irgendwer noch eine Mahlzeit zubereitet hatte. Die alten Feldbetten, ja sogar eine alte Matratze sind noch vorhanden, aber nicht mehr zu gebrauchen. Das Haus hat wohl endgültig ausgedient.

Auch das alte „Hafenhaus“, unten an der Anlegestelle, das schon lange kein Dach mehr hat, macht einen baufälligen Eindruck.

 

Kuluri war verlassen. Ich hatte den ganzen Nachmittag keinen Menschen gesehen. Es war still, sehr still. Auch auf dem Wasser. Keine Boote, nur die Wellen plätscherten leise vor sich hin.

 

 

 

 

 

Ein altes Relikt aus Alfons Zeiten ist mir jedoch aufgefallen:

Die Winde. Wenn die erzählen könnte! Mit ihr hat Alfons oft sein Boot hochgezogen. Die Kurbel, an der ein altes Seil hängt, ist sehr abgegriffen und blank - ein Zeichen, dass dieses alte Ding hin und wieder noch benutzt wird und doch noch etwas Leben im Hafen herrscht.

 Text und Fotos

diethelm@adlunger.de

post@alfons-hochhauser.de